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Ich toleriere Nicole Arbou

Im Moment regen sich viele über das Dicken-Bashing der Komikerin Nicole Arbou auf (Sucht einfach nach dem Video auf YouTube). Ich mache das nicht. Ich bin nun wirklich ein unübersehbares Beispiel für einen Dicken (schwere Adipositas)  und ich weiß, dass das kein wirklich gesunder Zustand ist.
Einen wesentlichen Teil des Videos von Nicole Arbou finde ich nicht sehr witzig. Wenn ich diese Art Humor nicht ertragen kann, dann schaue ich mir das eben nicht an.
Ich meine, dass die Reaktion von einigen Menschen heuchlerisch ist. Ich kann nicht sagen, Satire darf alles, wenn es um Religionen und Weltanschauungen geht  und zugleich gegen Satire vorgehen, die mich in einem anderen Bereich an meine kognitive Dissonanz erinnert und daher (be-)trifft.
Ich meine Satire darf alles. Davon sind nur direkte Beleidigungen, die nichts mehr mit einer sachlichen Diskussion zu tun haben, ausgenommen.
Ich fand schon Marius Müller-Westernhagens Lied „Dicke“ nicht prickelnd, bin aber der Meinung, dass man das in einer freien Gesellschaft aushalten muss. Dass ich mich im Folgenden nie durchringen konnte, eine Platte von diesem Musiker zu kaufen, war die einzige Konsequenz die  angemessen war.
Also liebe Mitdickinnen und Mitdicken, lasst uns auch diese Meinungsäußerung tolerieren. Tolerieren heißt nämlich nicht, dass man etwas gut findet. Es bedeutet, ich kann etwas ertragen kann und wenn jemand Übung darin hat was schweres zu (er-)tragen, dann sind das doch wohl wir.  🙂

Warum will die REWE-Group meiner einjährigen Tochter Babynahrung vorenthalten?

​Als ich gestern für unsere kleine Mia Sophie (noch nicht ganz ein Jahr alt) Babynahrung im Akzenta kaufen wollte, war dies nicht ganz von Erfolg gekrönt. Daher habe ich folgenden offenen Brief an die REWE-Group geschickt:

Akzenta Babynahrung

Gedanken eines Nichtjuristen zu Raubkopien und Kino-Raubportalen

Da lese ich doch heute in einem Blog eines (zugegebener Maßen österreichischen) Rechtsanwaltes unsägliche Plattitüden über die „Generation alles gratis“. Mal abgesehen davon, dass man in einer Welt in der immer mehr kommerzialisiert wird, kaum von einer Gratis-Gesellschaft wird sprechen können, erregte vor allem der Begriff Kino-Raubportal meinen Unmut. Er steht in einer Reihe mit den Raubkopien und ähnlich interessanten und juristisch hoch fragwürdigen Begriffen.

Wie lernen Juristen schon früh in ihrem Studium? Ein Blick ins Gesetz kann dann und wann helfen.

Was versteht der Jurist in Deutschland unter einem Raub (das wird in Österreich nicht viel anders sein)? Dazu sagt der § 249 StGB im Absatz 1:

„Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“

Des Raubes bedarf es also folgender Voraussetzungen:

1. Es muss Gewalt oder die Androhung einer Gefahr für Leib und Leben im Spiel sein. 2. Eine Sache muss jemandem  weggenommen werden, um sie sich oder anderen rechtswidrig zuzueignen.

Nun schauen wir uns mal die mit der Urheberrechtsverletzung durch das Herstellen einer Kopie oder des Bereitstellens von digitalen Inhalten im Internet einhergehenden Handlungen an.

Weder zur Fertigung einer Kopie, noch zur Bereitstellung von Daten im Internet wird in der Regel Gewalt angewandt oder angedroht. Es ist eher der sanfte Umgang mit empfindlicher Technik, die den Tathergang kennzeichnet.

Nun kommen wir zur zweiten Voraussetzung. Eine Sache muss weggenommen werden. Hier hilft uns der § 90 StGB. Was ist da zur Sacheigenschaft zu lesen?

„Sachen im Sinne des Gesetzes sind nur körperliche Gegenstände.”

Nun kann man vieles über Daten (digitale Bücher, Musikdateien oder Videodateien und  –streams) sagen, aber gerade nicht, dass sie körperliche Gegenstände sind.  Der Erfüllung der zweiten Voraussetzung scheitert also schon an der Sacheigenschaft der Güter, die hier Gegenstand der Tat sind. Aus diesem Grund spricht der Jurist hier wohl auch von immateriellen Gütern.

Es ist also keine einzige der Voraussetzungen eines Raubes erfüllt.

Darum ist die Verwendung des Raub-Begriffes in den oben genannten Phrasen nichts anderes als der dumme Versuch eine gesetzwidrige Tat  besonders schwer erscheinen zu lassen. Dumm ist der Versuch deshalb, da die Kombination der Begriffe Raub und Kopie in diesen Fällen zu einem Oxymoron führt.

Was hält nun ein Nichtjurist von einem Juristen, der solche Begriffe als rhetorisches Kampfmittel einsetzt? Das darf ich hier nicht schreiben, da ich mich dann selbst einer strafbaren Handlung schuldig mache. 🙂

 

Nun unter neuer URL online…

Hallo,

seit heute ist nun mein privates Blog unter der URL http://www.moeller-wuppertal.de online. Ich werde sicherlich in den nächsten Tagen noch am Template Änderungen vornehmen, also seit nicht verwundert, wenn sich die Optik noch ein wenig ändert.

Viele Grüße,

Martin